Tagebuch
Do 21.07.2016
Nach dem Frühstück verschicke ich noch die Emails für die neuen
Bekanntschaften. Dann geniesse ich ein Vollbad mit Rasur. Nach 13.30h mache
ich mich auf den Weg ins Zentrum mit Bus und Zug. Lisa hat mir ihr
Senior-Ticket geliehen. Nach ¾h bin ich an der Waterfront. Ich gehe immer
dem Wasser entlang zum Stanley Park. Vorbei am Kongress-Zentrum, dem
Wasserflugplatz und dem Jachthafen mit den teuren Jachten. Den Stanley Park
umrunde ich auch immer dem Wasser entlang. Es hat ziemlich viele Leute, vor
allem dort wo die Touristenbusse stoppen. Es ist 24C° warm und die Sonne
scheint aus blauem Himmel. Der Weg ist die ganze Strecke geteert. Das merke
ich mit der Zeit in den Beinen, auch dass ich schon lange nicht mehr richtig
zu Fuss unterwegs war. Am oberen Ende bei der Lions Gate Bridge hat es
weniger Leute. Nachher geht der Weg Felsen entlang und ist nicht mehr so
schön wie vorher mit den Bäumen. Erst beim Second Beach Pool mache ich eine
Pause und trinke einen Süssmost. Es ist bereits 17h. Ich marschiere noch bis
zum English Bay Beach Park und von da zur Busstation Georgia & Denman.
Mit dem Bus zur Burrard Station, dann mit dem Zug bis 29 Ave. Und nochmals
mit dem Bus bis nach Hause. Punkt 19h bin ich zurück. Lisa hat schon auf
mich gewartet mit dem Nachtessen. Das Chicken Curry mit Kurkuma Reis
schmeckt wieder sehr gut. Ich telefoniere kurz mit Maria und setze mich dann
zu Matt, der sich selber etwas gekocht hat. Wir trinken ein Glas Wein
zusammen. Nachher telefoniere ich lange mit Maria. Sie will vorwärts machen
mit dem Airbnb Plan. Ich sage ihr was sie alles verbessern und reparieren
muss. Nach 1h bin ich müde und klemme ab. Alain ist gestern angekommen.
Efraim nennt in immer wieder "Om Werner" statt Papa Alain, das findet Alain
nicht lustig.
(14km zu Fuss)
Fr 22.07.2016
Nach dem Frühstück heisst es wieder einmal packen. Zum Abschied schenkt mir
Lisa ein Kanada-T-Shirt und einen Schlüssel-Anhänger aus Sarawak auf Borneo,
wo sie her kommt. Es ist bereits nach 11.30h wenn ich losfahre. Auf dem
Trans-Canada Highway hat es viel Verkehr. Manchmal stockt es bis fast zum
Stillstand. Erst nach Abbotsford lichtet sich der Verkehr. Vom Mount Baker
sieht man diesmal nichts, er steckt in den Wolken. Nach 2h bin ich in Hope.
Ich kaufe ein und tanke. Dabei erfahre ich wieso der Diesel hier 10 Cents
billiger ist als in Vancouver. Es sind die unterschiedlichen Steuern auf
Treibstoff. Nach ½h fahre ich weiter und verlasse den Trans-Canada Highway.
Es geht weiter auf dem Highway 3, der hier Crowsnest Highway heisst.
Dieselbe Strecke bin ich vor einem Monat bereits mit Maria gefahren. Auch
diesmal regnet es wieder ab und zu. Erst vor Princeton klart das Wetter auf.
Beim Aufstieg stelle ich fest dass ich blauen Rauch ausstosse. Ich habe
schon seit einiger Zeit das Gefühl, dass die Aufladung nicht perfekt
funktioniert. Manchmal kann der Motor beim bergauffahren kaum über 3000
U/min drehen. Ich schalte hoch und dann wieder zurück, dann funktioniert
alles wieder normal und der blaue Rauch ist weg. Ich muss das im Auge
behalten. In Princeton kaufe ich Bier ein. Nach 16.30h erreiche ich
Keremeos. Bis hierher war alles bereits bekannt. Ab nun beginnt Neuland. Das
Airbnb von Norma liegt etwas ausserhalb, mitten in Wein- und Obst-Plantagen.
Wir sitzen eine Weile zusammen in der Küche, dann richte ich mich ein. Im
Kühlschrank hat es keinen Platz für mich, aber sie gibt mir ein Kühlelement.
Später kommt Stephen ihr Partner nach Hause. Er versucht hier ein Geschäft
für Sonnensegel aufzubauen. Die hat er in Australien gesehen. Zum Nachtessen
fahre ich zum Landgasthof Crowsnest. Den hat mir Norma empfohlen. Ein Paar
aus Ost-Deutschland führt den. Schnitzel mit Spätzle schmeckt sehr gut, der
hauseigene Pinot Noir ebenfalls. Zurück zu Hause gibt es selbstgebackenen
Aprikosen Kuchen. Zusammen mit dem Gäste-Paar aus Victoria / BC entspannt
sich eine interessante Diskussion. Stephen glaubt an eine weltweite
Verschwörung und ist darum der Meinung ob man Trump oder Clinton wähle mache
keinen Unterschied. Maria ist am Lumpia backen, sie hat eine Bestellung über
200 Stück von ihrer Kirche. Um Mitternacht bin ich im Bett.
(349km, 5h unterwegs und 14km zum Nachtessen)
Sa 23.07.2016
Frühstück im Garten, alle zusammen. Das Gäste-Paar aus Victoria
verabschiedet sich. Norma kocht für mich Spiegeleier und wir sitzen noch
eine Weile zusammen. Nachher reinige ich nach langer Zeit wieder einmal
meine Scheiben von innen. Auch das Armaturenbrett ist sehr staubig. Norma
& Stephen laden mich zu einer Hauseinweihungs-Party ein. Da nicht klar
ist ob es etwas zu Essen gibt, bereiten sie Burger zum Nachtessen zu. Um 19h
fahren wir hin. Es ist eine etwas steife Angelegenheit. Jeder bringt wie in
Neuseeland seine Getränke selber mit. Norma hat eine sehr gute Quarktorte
gebacken. Ich habe ein interessantes Gespräch mit einem Japaner, der seit
1961 in Kanada lebt. Wir sitzen im Garten um ein Feuer herum, trotzdem wird
es langsam kühl, vor allem weil es wie hier üblich relativ stark windet.
Nach 21h wollen Norma & Stephen zurück und wir verabschieden uns. In der
Küche reden wir noch eine Weil, dann will Stephen ins Bett, er hat den
ganzen Tag im Garten gearbeitet. Um 23h bin ich auch im Bett.
So 24.07.2016
Frühstück im Garten mit Spiegeleier und Würstchen. Dabei erfahre ich, dass
das Haus mit Grundstück 371'000 CAD gekostet hat. Maria ruft an, sie war
wieder einmal wegen eines Todesfalls unterwegs, darum hat sie nicht
geantwortet. Paul sei in Medan und wolle sie treffen. Ich rate ihr ihn nicht
nach Kutilang kommen zu lassen und ihn nur zusammen mit Alain zu treffen.
Nachher packe ich und mache mich bereit für die Weiterreise. Hier könnt ich
noch eine Weile bleiben, habe aber bereits mein nächstes Airbnb gebucht. Um
11.45h fahre ich los. Es ist eine schöne Strecke und der Verkehr hält sich
in Grenzen. Nach ¾ h halte ich oberhalb Osoyoos, beim Anarchist Mountain
Lookout an. Von da hat man eine gute Sicht auf den Osoyoos Lake und die
umliegenden Berge. Hier geht es relativ steil bergauf, mein Auto
funktioniert einwandfrei, auch der Turbolader. In der Nähe von Brideville
gibt es mehrere Schweizer Farmen. Es sieht hier auch aus wie im Toggenburg.
Der Crowsnest Highway führt fast immer nahe der USA-Grenze entlang. Nach 3h
einen kurzen WC-Stopp am Wilgress Lake. Um 14.15h bin ich in Grand Forks. Da
tanke ich und kaufe Brot ein. Bis zum Christina Lake sind es nur noch 20km.
Um 15h bin ich da. Gail empfängt mich verschwitzt, sie ist im Garten am
Arbeiten. Wobei Garten falsch ist, es ist ein sehr schöner kleiner Park mit
künstlichem Bach. Wir trinken zusammen ein Bier. Später kommt Greg nach
Hause, er hat dem Dorfpolizisten bei der Kontrolle auf dem See geholfen. Zum
Nachtessen gehen wir alle zusammen ins Di Lago. Der Besitzer ist Italiener,
hat aber vorher eine Pizzeria in der Westschweiz gehabt. Meine Pizza ist gut
und gross. Gegen 21h sind wir zurück. Ich telefoniere noch mit Maria, dann
ins Bett.
(192km, 3¼h unterwegs und 2km zu Fuss)
Mo 25.07.2016
Vor dem Frühstück telefoniere ich mit Maria. Paul wird heute nach Kutilang
kommen um Mama zu besuchen. Maria wird im alle seine Sachen mitgeben oder
sie entsorgen. Bin gespannt was er alles versuchen wird. Das Frühstück koche
ich mir selbst. Nachher buche ich ein Airbnb in Creston für 2 Nächte. Gail
empfiehlt mir einen Umweg über den Kootenay Lake. Da gibt es eine Fähre über
den See. Um 13h gehe ich zu Fuss zum Strand im Christina Lake Provincial
Park. Es ist ein schöner Sandstrand. Ich lege mich in den Schatten und
geniesse das Nichtstun. Nach 2h habe ich genug und marschiere zurück. Es ist
heiss, 30C°. Gail & Greg laden mich zum BBQ ein. Es schmeckt sehr gut.
Ich offeriere meine Wein. Ich telefoniere noch mit Maria, dann gehe ich
schlafen. Paul ist nicht vorbei gekommen, er will Maria morgen zum
Mittagessen treffen.
(3km zu Fuss)
Di 26.07.2016
Nach dem Frühstück packe ich zusammen. Nach einem Abschiedsfoto mit
Lastwagen fahre ich um 10.45h los. Es geht nun wieder in die Berge, hoch bis
1500 müM. Meistens hat es Wald, manchmal einen See. Bei Castlegar verlasse
ich wie empfohlen den Highway Nr. 3 und fahre via Nr. 3a Richtung Nelson.
Bei der Brilliant Rest Area, halte ich kurz an. Da wird der Kootenay River
zum letzten Mal gestaut. Bei Corra Linn gibt es einen Damm der den
Wasserstand des Kootenay Lake reguliert. Kein eigentlicher Staudamm, eher
wie das Wehr am Platzspitz, aber wesentlich grösser. In Nelson kaufe ich ein
und fahre dann weiter bis zur Fähre bei Balfour, immer dem Fluss entlang. Es
regnet ab und zu. Um 13.30h bin ich da. ½h bevor die Fähre geht. Das Beladen
geht speditiv, nur für den letzten Lastwagen brauche sie lange, es geht im
Zentimeter. Um 14.20h fahren wir mit 20 Minuten Verspätung los. Es stürmt.
Mit 35 Minuten Fahrzeit soll es die längste Gratis-Fähre der Welt sein, laut
Wikipedia. Um 15h erreichen wir Kootenay Bay. Es braut sich ein Gewitter
zusammen. Es geht nun etwa 50km den Kootenay Lake entlang. Beim Destiny Bay
Resort will ich einen Kaffee trinken, aber das Restaurant öffnet erst um
18h. Der nächste Halt bei Kuskonook. Da gibt es einen Hafen, aber kein
Restaurant. Der letzte Fotostopp beim Creston Valley Viewpoint kurz vor
Creston. Um 16.30h bin ich beim Airbnb von Grietje. Sie kommt aus Holland,
lebt aber schon seit 40 Jahren in Kanada. Sie ist begeistert von meinem
Lastwagen und meiner Reise. Sie will viel wissen. Zum Nachtessen fahren wir
ins nahe Zentrum ins Restaurant "Memories of Indian Cuisine". Mein Lamb
Korma (hot) 10 in der Skala von 1…5 schmeckt gut, aber ich habe schon
besseres gehabt. Grietje's Lamb Masala ist besser, dazu Roti. Zurück zu
Hause offeriert mir Grietje selbst gebrauten Wein??? Ich habe diese Sets
schon gesehen und mich gefragt was das soll. Es hat eine Gewisse Ähnlichkeit
mit Wein, aber wirklich gut schmeckt es nicht. Um Mitternacht bin ich im
Bett. Maria hat Paul zum Mittagessen im Tiptop getroffen. Er will nicht
akzeptieren, dass er nicht mehr dazu gehört, eine ziemlich mühsame Sache. Er
lädt sie zum Nachtessen mit Kollegen ein. Ich empfehle ihr nicht hinzugehen.
(231km und 9km mit der Fähre, 5¾h unterwegs)
Mi 27.07.2016
Um 8h telefoniere ich mit Maria, sie ist nicht gegangen. Stattdessen ging
sie zu einem Anlass ihrer Kirche. Frühstück mit meinen eigenen Sachen, aber
zusammen mit Grietje. Nachher etwas Planung. Ich buche eine Unterkunft in
Kimberley. Wir beschliessen um 15h eine Brauerei-Tour zu machen. Die
Columbia Brewery ist gross neben dem Kokanee Bier werden hier auch Budweiser
und andere Marken gebraut. Die Führung kostet für Senioren 3 CAD. Das Beste
ist das Gratis-Bier am Schluss, sonst gibt es nicht viel zu sehen, wie
üblich in einer modernen Brauerei. Das eindrücklichste ist die Abfüllanlage
und die Tatsache, dass sie hier immer noch Bierflaschen zurücknehmen und
reinigen. Grietje macht mit mir noch einen kleinen Ausflug bis zur
USA-Grenze und zurück. Zum Nachtessen kocht sie ein Curry, dazu Reis.
Schmeckt gut. Dazu trinken wir von meinem "richtigen" Wein. Nachher plaudern
wir noch bis 22h, dann geht sie ins Bett. Ich telefoniere noch mit Maria.
Paul versucht alles um sich mit ihr zu treffen.
Do 28.07.2016
Maria ruft mich bereits vor dem Frühstück an. Efraim hört weder auf sie noch
auf Miando bei den Hausaufgaben und bringt beide an den Anschlag. Mit dem
Resultat, dass Maria langsam am Durchstarten ist. Wir vertagen das Gespräch
auf später. Ich bekomme die Zusage von einem Airbnb am Crowsnest Pass. Nach
dem Frühstück erledige ich noch einige Büroarbeiten, dann packe ich
zusammen. Scheiben reinigen, dann Abschied von Grietje. Um 11.45h fahre ich
los. Es ist ziemlich warm. Die Strasse ist gut und es hat relativ viel
Verkehr. Am Start sind wir auf 600 müM, am Ziel auf 1100 müM. Hier wird Erz
und Kohle abgebaut. Viele Gebiete sind ab heute nicht mehr in Betrieb. Nach
1¼h bin ich beim Moyie Lake auf 1000 müM. In Cranbrook kaufe ich ein. Dabei
studiere ich die Wein-Brau-Sets die sie da verkaufen. Es dauert 28 Tage um
23 Liter Wein herzustellen und kostet 49 CAD (Aktionspreis). Nachher fahre
ich nach Kimberley ins North Star Motel. Ich habe ein Familien-Zimmer
gebucht, mit Küche. Habe schon besseres gesehen. Es liegt an der
Hauptstrasse. Tagsüber ist es ziemlich laut, ich hoffe nachts dann nicht
mehr. Ich richte mich ein. Am Anfang funktioniert das Internet, später nicht
mehr. Ich benütze meinen Hotspot, irgendwie muss ich ja die 8GB Daten
vernichten. Ich bin nun in einer neuen Zeitzone, muss darum alle Kameras und
meine Uhr um 1h vorstellen. Zum Nachtessen hat man mir das Sullivan Pub
empfohlen. Es ist voll. Mein Sully Steak Sandwich ist sehr gut. Zurück
geniesse ich ein Vollbad. Ich telefoniere noch mit Maria, sie hat das Handy
abgestellt, weil Paul immer anruft erklärt mir Efraim. Der Typ nervt langsam
gewaltig. Nachher gehe ich ins Bett. Es ist nicht laut, aber warm trotz
offenem Fenster.
(141km, 2½h unterwegs und 5km zum Nachtessen)
Fr 29.07.2016
Am Morgen merke ich, dass es 2 Fenster hat eines innen und eines aussen. Ich
habe nur das innere geöffnet, darum ist es so warm im Zimmer. Mein Airbnb
von heute hat meine Verlängerung trotz Zusage nicht bestätigt. Ich weise sie
darauf hin und bekomme als Antwort eine Absage. Ich habe bereits gestern
vorsondiert für So/Mo und frage nun dort ob ich früher kommen kann.
Eigentlich ist sie ausgebucht, aber sie schafft es mich unterzubringen,
vermutlich in ihrem Zimmer und sie schläft in einem anderen Raum. Nachher
kann ich endlich frühstücken. Ich bekomme die Erlaubnis erst um 12h aus zu
checken. Bevor ich losfahre kommt noch ein Herr vorbei. Er fragt etwas wegen
dem Fernseher, aber wenn er merkt dass ich aus der Schweiz bin, erzählt er
von seinen "Freunden", den Skirennfahrern aus früheren Zeiten. Russi und Co.
Ich bringe ihn kaum los. Es ist 12.30h wenn ich endlich losfahre. Ab
Cranbrook hat es ziemlich viel Verkehr in beiden Richtungen. Am Weg hat es
nochmals einige richtige Berge. Die muss ich geniessen, denn bald ist damit
Schluss und die weite Prärie ist angesagt. In Fernie lege ich eine Pause
ein. Das ist eine kleine Stadt mit einem Kern mit alten Häusern. Im Brick
House genehmige ich mir ein Weizenbier. Nach ¾h fahre ich weiter Richtung
Crowsnest Pass. Da gibt es riesige Kohlen-Minen. Die meisten sind
geschlossen, aber einige sind noch in Betrieb. In Sparwood steht auch "The
world largest truck", er ist 20.35 m lang, 7.80 m breit und 6.88 m hoch.
Vollbeladen mit 320 t, ist er 550 t schwer. Man sieht hier überall
Abraumhalden. Beim Passübergang halte ich auf 1358 müM kurz an. In Coleman
tanke ich. Es ist tatsächlich wahr, dass in Alberta der Treibstoff
wesentlich billiger ist. 0.91 statt 1.05 CAD pro Liter Diesel und das erst
noch mit Service wie Füllen und Scheibenreinigen. Dies ist hier allerdings
auch nötig. Es ist unglaublich wie viele Viecher auf der Windschutzscheibe
kleben. Um 16.15h bin ich in Blairmore. Laura ist nicht da, aber ich kann
ins Haus. Ich richte mich ein und trinke dann mein Ankunftsbier im Garten.
Laura kommt kurz vorbei und entschuldigt sich dafür, dass es nicht geklappt
hat mit der Verlängerung. Sie wohnt nicht mehr im Hause. Ich habe das ganze
Haus für mich. Zum Nachtessen gehe ich ins Bamboo Bistro, das hat Laura
empfohlen. Es ist ein schönes Lokal aber leer. Mein Mongolian Beef ist sehr
gut und viel. Dazu ein Bier mit Pfirsichgeschmack. Zurück zu Hause
telefoniere ich lange mit Maria. Sie will mein Haus renovieren, damit sie
Airbnb machen kann. Darüber haben wir schon früher gesprochen. Ich habe es
sogar schon angemeldet, aber zurzeit stillgelegt. Nachher gehe ich ins Bett,
es ist bereits Mitternacht.
(194km, 3¾h unterwegs und 1.5km zu Fuss)
Sa 30.07.2016
Nach dem Frühstück bestelle ich Office 365 um mehr Speicherplatz auf
OneDrive zu bekommen. Das erste Jahr ist gratis, nachher 70 CHF. Dafür
bekommt man 1 TB Speicherplatz und das Office Packet. Microsoft hat mir
angekündigt, dass der Gratis-Speicherplatz am 8.August reduziert wird und
zwar unter das was ich bereits benutze. Nachher packe ich zusammen. Hier ist
alles recht schmuddelig, es schaut aus wie wenn der letzte Benutzer einfach
abgereist wäre und niemand geputzt hätte. Ich reinige nur mein benutztes
Geschirr, den Rest lasse ich stehen. Um 12h fahre ich los. Schon nach 6
Minuten der 1.Stopp beim Frank Slide. Ein riesiger Felssturz hat hier am 29.
April 1903 das ganze Bergarbeiter-Dorf verschüttet. Nun verlasse ich die
Rocky Mountains, es geht in die Prärie. Bei Pincher Station ein Blick zurück
bei einem kurzen Halt. Nach Pincher Creek stoppe ich nochmals um einige
Fotos zu machen. Ich habe beschlossen via Highway 6 und 5 nach Lethbridge zu
fahren, da sieht man nochmals die Berge und es hat viel weniger Verkehr. Am
Montag ist ein Feiertag, darum fahren alle weg. Beim Aussichtspunkt über den
Waterton Lakes National Park halte ich das nächste Mal an. Nochmals nahe bei
den Rockys. Kurz danach gibt es den Waterton Bison Paddock. Da kann man
resp. muss man mit dem Auto in ein riesiges Gehege fahren. Ein 5km langer
Rundkurs führt durch das schöne Gelände. Ich treffe tatsächlich auf eine
kleine Bison Herde mit etwa 20 Tieren. Nachher geht es weiter über den
Highway 5 nach Lethbridge. Es ist leicht hügelig und es hat viele kleine
Seen und Kanäle zum Bewässern. Es gibt viele Weiden und Getreidefelder. Um
15.30h bin ich in Lethbridge. Tami empfängt mich herzlich. Sie hat
tatsächlich ihr eigenes Zimmer für mich bereitgemacht. Es gibt einen Pool,
der von der ganzen Nachbarschaft benutzt wird. Auch ihr Untermieter bringt
seine Freundin und einige Kollegen mit. Es ist viel los. Tami lädt mich zum
Nachtessen ein. Ihr Freund Wayne ist der BBQ-Chef. Lachs und Crevetten, dazu
Salat. Schmeckt sehr gut. Langsam wird es ruhiger. Wir reden lange zusammen.
Vor dem ins Bettgehen erzählt mir Efraim, dass Paul gestern da war und ihm
gesagt hat, dass er Maria ein Auto kaufen werde, damit sie ihn zur Schule
bringen kann. Maria habe ihn weggeschickt. Maria hat mir das gestern schon
kurz erzählt. Er ist einfach mit dem Taxi vorgefahren. Kaum zu glauben was
der alles probiert.
(225km, 2½h unterwegs)
So 31.07.2016
Nach dem Frühstückbeginne ich mit dem Kopieren meiner Original-Bilder auf
den OneDrive, ich habe ja schliesslich jetzt 1 TB Speicherplatz. Am
schnellsten geht es auf einem Umweg. Da ich die Daten lokal nicht
gespeichert haben will, muss ich einen Trick anwenden. Zuerst in einen
Upload-Ordner kopieren, dann via Web-Zugriff in den Bilder-Ordner
verschieben. Dabei werden auch die Daten im Update-Ordner gelöscht und ich
kann die nächsten Bilder kopieren. Das alles dauert seine Zeit. In der
Zwischenzeit plane ich meine weitere Reise. Hier verlängere ich um eine
Nacht, in Cypress Hills buche ich einen Campingplatz für 48 CAD! In Swift
Current ein Motel und in Moose Jaw ein Airbnb für 2 Nächte. Nach 17h fahre
ich zum Einkaufen und Bargeld holen. In der Nähe gibt es einen
Aussichtspunkt auf den Lethbridge Viaduct, eine Eisenbahnbrücke. Ein
eindrückliches Stahlbauwerk, 1624m lang und 96m hoch. Zurück zu Hause weiter
mit kopieren und Apero. Zum Nachtessen gehe ich zu Fuss ins Backstreet Pub,
das hat mir Tami empfohlen. Das Backstreet Sandwich ist eigentlich eine
gefaltete Pizza und schmeckt sehr gut. Auf dem Heimweg zieht ein Gewitter
auf. Ich habe Glück, es regnet nicht stark und nur kurz. Ich telefoniere mit
Maria. Sie erzählt mir, dass Paul ein Auto für sie bestellt hat und die
Leute von der Garage vorbeigekommen sind um ihre Daten und
Ausstattungswünsche aufzunehmen. Sie hat sie weggeschickt. Ich hoffe sie
bleibt hart, sonst weiss ich nicht was ich tun werde. Paul versucht jeden
Trick.
(13km mit dem Auto und 3km zu Fuss)
Mo 01.08.2016
Nach dem Frühstück klemme ich mich wieder hinter den Computer um weitere
Bilder zu sichern. Es stört mich, dass ich den OneDrive nicht mit meinem
lokalen Laufwerk vergleichen kann. Schlussendlich finde ich eine Lösung.
Mein Programm zum Vergleichen gibt es in einer neueren Version. Die Pro
Version kann auch Cloud-Laufwerke vergleichen. Ich kaufe die neueste
Pro-Version für 60 CHF. Ich prüfe damit meine Reisebericht-Daten. Es
funktioniert. Bei den Bildern auf OneDrive geht es nur auf Umwegen, aber es
funktioniert. Vermutlich kann man das eleganter lösen, aber ich bin
vorläufig zufrieden. Tami empfiehlt mir einen Rundgang im nahen Park. Um 16h
mache ich mich auf den Weg. Es ist ein schöner Park mit einem See. Am
anderen Ende liegt das Backstreet Pub von gestern. Ich gehe aber ins Pops
Pub auf ein Bier, dann wieder zurück durch den Park. Um 17.30h bin ich
zurück und gehe kurz in den Pool. Nachbarn kommen auch zum Schwimmen.
Nachher Apero auf der Terrasse. Tami meint wir können zusammen mit Wayne
auswärts zum Nachtessen gehen. Wir fahren ins Mocha Cabana Bistro. Die haben
in Gartenrestaurant im Innenhof. Das Essen ist gut, aber teuer. Ich esse
Chicken Saltimbocca und spendiere eine Flasche Wein. 70 CAD kostet mich das
Ganze. Zurück Zuhause starte ich noch einen weiteren Kopiervorgang und führe
mein Tagebuch nach. Ich habe inzwischen 49GB Daten kopiert. Telefoniere noch
mit Maria, dann ins Bett.
(5km zu Fuss)
Di 02.08.2016
Vor 8h stehe ich kurz auf um mich von Tami zu verabschieden, sie muss
arbeiten. Nach dem Frühstück packe ich zusammen und reinige meine Scheiben.
Wayne kommt vorbei. Um 11.30h fahre ich los. Zuerst via Highway 4 bis
Sterling. Da auf den Highway 61, der ist schmaler aber meist auch
schnurgerade. Nur alle 20km eine Kurve. Es hat keinen Verkehr. Ich fahre
durch riesige Getreidefelder. Einige sind bereits am Ernten, darum hat es ab
und zu einen riesigen Getreidetransporter auf der Strasse. Die sind aber
eher schneller unterwegs als ich. Nach 2h halte ich in Etzikom, da gibt es
ein kleines Museum mit Café. Tami's Mutter hat das empfohlen. Das
interessante sind die verschiedenen Windräder. Ich trinke einen Kaffee und
esse ein mit Hackfleisch gefülltes Brötchen. Nach 40 Minuten fahre ich
weiter. Bei Orion endet der Highway 61. Weiter geht es auf einer
unbefestigten Strasse. Die Strasse ist gut, man kann mit 60km/h fahren, muss
sich aber konzentrieren um in der Spur zu bleiben, denn neben der Spur ist
es wie fahren im Schnee. Es ist eine schöne Gegend mit Hügeln. Nach 58km bin
ich zurück auf einer geteerten Strasse, die ist aber schlechter als die
unbefestigte Strasse vorher. Es sind nur wenige Kilometer bis zu meinem Ziel
in den Cypress Hills. Meinen Campingplatz finde ich auf Anhieb. Schön
schattig und windgeschützt. Es ist 15.30h. Ich trinke mein Ankunftsbier und
mache nachher einen Rundgang. Der Campingplatz liegt am Elkwater Lake und
ist schön angelegt. Die Toiletten im Gelände sind spartanisch, aber es gibt
ein Hauptgebäude mit Duschen und schönen WCs, das ist aber ziemlich weit weg
von meinem Platz. Zurück auf meinem Platz richte ich mich ein und
beschliesse heute selber zu kochen, weil es nur ein Restaurant in der Gegend
gibt und das ist zu weit weg ohne Auto. Man hat hier sogar Mobile-Empfang.
Zupeng wird definitiv am 1.September ausziehen. D.h. ich kann meine weitere
Reise frei planen, ohne Fixtermine. Apero und Nachtessen am Tisch der zu
jedem Platz gehört. Mexikanisches Chili con Carne, in Australien gekauft, in
Kanada gekocht und gegessen. Dazu Brot. Das angekündigte Gewitter kommt
immer näher. Ich räume alles ins Auto. Es beginnt zu tröpfeln. Ich verziehe
mich ins Auto und schaue mit offener Tür zu was da kommt. Es kommt immer
stärker. Ich schliesse die Tür und lege mich hin. Dann geht es los. Mein
Blechdach dröhnt, es muss Hagel sein. Ich habe alle Hände voll zu tun, denn
es tropft an mehreren Orten. Über den Laden habe ich es erwartet, das kann
ich beheben indem ich die obere Abdeckung schräg stelle. Neu ist, dass es
oben am Ende des ersten Blechs nicht dicht ist. Das muss ich später
anschauen. Jetzt leite ich das Tropfwasser mit einer Blache weg vom Bett.
Wenn es etwas ruhiger wird, rufe ich Maria an. Draussen knirscht es wenn
Autos vorbeifahren. Ich öffne die Tür und glaub es kaum. Draussen ist es
weiss!!! Hagelkörner liegen 2-3cm tief, die grossen sind grösser als 1cm.
Wegen des Eises auf dem Dach und rundherum, wird es ziemlich kalt. Nachher
lege ich mich hin und höre Musik bis das nächste Gewitter kommt. Ich muss
noch einige Nachbesserungen machen, dann bleibt es trocken rund um die
Matratze. Ich weiss nicht wie oft es nochmals losgelegt hat, weil ich
eingeschlafen bin.
(227km, davon 58km Staubstrasse, 4h unterwegs)
Mi 03.08.2016
Um 6h erwache ich, weil das nächste Gewitter loslegt. Ich beschliesse kein
Frühstück zu kochen. Stattdessen packe ich zusammen. In einer Regenpause
gehe ich zur Toilette und putze meine Zähne. Nach einem kurzen Telefon mit
Maria fahre ich los. Im nahen Elkwater gibt es das Café 12-34, da genehmige
ich mir ein warmes Frühstück. Es ist nämlich kalt geworden hier auf 1234müM.
Um 9.30h fahre ich dann definitiv los. Es geht durch die Cypress Hills zum
Highway 1, dem Trans-Canada-Highway. Da hat es weniger Verkehr als erwartet.
Kurz vor der Grenze Alberta/Saskatchewan tanke ich noch voll. Es soll hier
billiger sein als drüben. Noch ein kurzes Telefon mit Maria. Sie war
ziemlich besorgt wegen der Gewitter. Bis zum Ziel in Swift Current regnet es
mehr oder weniger immer, mal schwächer, mal stärker. Die Strecke ist nicht
so langweilig wie mir alle erzählt haben. Im Vergleich zu Australien ist sie
sogar sehr abwechslungsreich. Einmal werde ich von einem überbreiten
Transporter überholt, ich muss auf den Pannenstreifen, damit er passieren
kann. Er ist mit einem riesigen Silo mit 110km/h unterwegs, unvorstellbar in
der Schweiz. Um 12.45h bin ich im Comfort Inn in Swift Current. Mein Zimmer
sei noch nicht fertig, ich solle um 15h wiederkommen meint die Dame an der
Rezeption. Meinen Wunsch nach einem Wechsel auf die ruhigere Rückseite kann
oder will sie nicht nachkommen. Aber wenigstens findet sie ein Zimmer das
bereits fertig ist. Ich richte mich ein. Ich habe freie Sicht auf die
Autobahn. Ich hoffe in der Nacht wird es etwas ruhiger. Zudem bin ich
ziemlich müde, darum sollte es mit dem Schlafen kein Problem geben. Es
stürmt, regnet und ist kalt. Ich bleibe auf meinem Zimmer und geniesse ein
Vollbad. Zum Nachtessen will ich ins chinesische Wong's Kitchen. Man muss
anstehen, dann teilt mir die Serviererin mit, dass es 1½h dauert wenn ich ab
der Karte bestelle. Das Buffet sieht aber ziemlich leergegessen aus. Ich
verzichte und fahre ins Original Joe's Restaurant & Bar. Da ist es
gemütlicher, aber auch voll. Ich sitze an die Bar und bestelle Lasagne.
Nicht schlecht, aber ich würde das Nudelauflauf nennen. Um 20h bin ich
bereits zurück. Es ist kalt, 11 C° und regnet. Es sind bereits Felder
überflutet. Da ist es gemütlicher im warmen Zimmer.
(234km, 4½h unterwegs und 3km zum Nachtessen)
Do 04.08.2016
Das Frühstück ist nicht schlecht, Ciabatta mit Philadelphia-Käse, ein
hartgekochtes Ei, Joghurt und eine selbstgebackene Waffel. Nur die
zuständige Person ist stinkfaul. Der Abfallkübel vor ihr ist voll, aber
leeren sicher nicht. Als ich meinen Abfall entsorge, fällt ein Teil
wieder raus auf den Boden. Ich lasse es liegen, was sonst nicht meine Art
ist. Um 10.45h fahre ich los. Die Sonne scheint wieder und es hat wieder
wenig Verkehr auf dem Trans-Canada Highway. Die Hügel werden nun flacher,
aber es ist nie richtig flach. Es gibt viele Seen, die meisten sind wohl
künstlich angelegt zum Bewässern. Die beiden Richtungen der Autobahn sind
manchmal sehr weit voneinander entfernt, man sieht den Gegenverkehr nicht.
Was man immer schon von weitem sieht sind die riesigen Getreide-Silos.
Bereits um 13h bin ich in Moose Jaw, eine Stunde früher als angekündigt,
aber meine Suite ist bereit. Dee und Marlon sind gerade am Mittagessen,
nachher gehen sie zurück zur Arbeit. Ich richte mich ein. Da das Internet
gut ist, setzte ich meine Kopiererei fort. Dazwischen suche und finde ich
den Grund für den Wasser-Einbruch. Es haben sich wieder Schrauben gelockert
beim vordersten Dachblech. Ich fixiere sie wieder und sichere einige mit
Kontermuttern. Die Seite verklebe ich mit Klebeband, da ich die sowieso fast
nie öffne. Apero an der Sonne auf der Terrasse. Zum Nachtessen gehe ich zu
Fuss zum "Mad Greek". Die Mousaka schmeckt gut, dazu gibt es Reis, einen
Greek Salad und ein Stück Chnobli-Brot. Der Wetterbericht hat Regen
angesagt, darum habe ich meine Jacke mitgenommen. Auf dem Heimweg regnet es
dann auch. Ich versuche erfolglos Maria zu erreichen. Schlafe dann aber ein.
Sie weckt mich um 1.30h, sie hat das mit der Zeitverschiebung nicht so im
Griff.
(169km, 2¼h unterwegs und 3km zu Fuss)
Fr 05.08.2016
Spätes Frühstück, dann Wäsche und weiter kopieren. Nach 13h fahre ich ins
Zentrum zum Einkaufen und Tanken. Ich buche eine Al Capone Underground Tour
für 12.60 CAD. Um 14.45h geht es los. Es ist eigentlich mehr eine
Theateraufführung die zeigen soll wie Al Capone während der Prohibition hier
gewirkt hat. Ich bezweifle ob das was sie uns zeigen echt ist. Für mich
sieht es eher wie Theater-Kulisse aus mit versteckten Türen und Gängen, aber
immer im gleichen Haus, nur zum Schluss unterquert man die Hauptstrasse und
kommt wieder zurück zum Anfangspunkt. Aber unterhaltend ist es alleweil.
Zuhause setze ich mich auf die Terrasse und geniesse ein Bier. Dee kommt mit
ihrer Tochter nach Hause und setzt sich auch auf die Terrasse. Später
gesellen sich noch ihre Schwester mit den beiden Kindern und ihr Bruder
dazu. Zuletzt kommt auch Marlon noch Hause. Es ergeben sich interessante
Gespräche. Die beiden Mädchen verkleiden sich und machen eine Vorführung.
Gegen 20h löst sich das Ganze auf und ich gehe zu Fuss zum Nachtessen. Das
"Original Joe's" ist auch hier ein schönes Restaurant. Mein Carolina Pulled
Pork Burger schmeckt gut, dazu gibt es Salat und Chips. Gegen 22h bin ich
zurück. Maria ist am Kochen für eine Versammlung in der Kirche, so verdient
sie etwas zusätzliches Geld und hat etwas zu tun. Paul taucht wieder einmal
auf und meint bei ihm hätte sie das nicht nötig. Ich höre noch etwas
Musik und gehe dann schlafen.
(7km mit dem Auto und 3km zu Fuss)
Sa 06.08.2016
Schon vor dem Frühstück starte ich wieder einen Kopiervorgang. Nach dem
Frühstück packe ich zusammen. Maria ist immer noch am Kochen, diesmal
Desserts für morgen Sonntag. Dee und ihre Familie sind nach Regina an ein
Konzert gefahren. Ich fahre um 11.45h auch in diese Richtung los. Auf dem
Trans Canada Highway hat es auch heute wenig Verkehr. Nur bei Regina wird er
dichter, vor allem wegen einer langen Baustelle. Die Gegend ist jetzt
flacher, aber immer noch leicht hügelig. Es gibt riesige Getreide- und
Rapsfelder. Bei McLean, erreiche ich die 55'000km Marke meiner Reise. Dies
realisiere ich aber erst später. Nach 2h bin ich in Indian Head. Mingi mein
Gastgeber ist gerade im Begriff abzureisen. Er wird vermutlich erst morgen
nach meiner Abreise zurückkommen. Ich habe das ganze Haus für mich. Das ist
sehr klein, aber gemütlich, meine Wohnung in Zürich ist grösser. Ich will
mein Ankunftsbier im schönen Garten hinter dem Haus geniessen. Ich flüchte
aber wieder ins Haus, denn die Moskitos sind hier sehr aggressiv und
zahlreich. Das Internet ist sehr langsam, darum lasse ich das Kopieren
bleiben. Ich gehe zu Fuss ins nahe Dorfzentrum. Da gibt es ausser ein paar
alten Gebäuden nichts zu sehen. Ein riesiges Getreidesilo steht am Ende der
Grand Avenue. Durch einen kleinen Park kehre ich nach Hause zurück. Zum
Nachtessen gehe ich ins Grand Avenue Inn. Es hat ziemlich viele Leute. Das
Spezial Angebot, Steak mit Backed Potato und Salat ist gut und günstig (15
CAD). Ich gehe früh ins Bett.
(143km, 2h unterwegs und 2.5km zu Fuss)
So 07.08.2016
Nach dem Frühstück, packen, Scheiben waschen und dann fahre ich um 11.15h
los. Wieder auf den Trans Canada Highway. Auch heute wenig Verkehr. Die
Gegend ist jetzt ziemlich flach, aber es gibt immer etwas zu sehen. Zwischen
Wapella und Moosomin gibt es viele Windkraftwerke. Nach 2h stoppe ich in
Moosomin. Im Subway esse ich ein Tuna Sandwich und trinke einen Kaffee. Nach
½h fahre ich weiter. Es ist nun bewölkt, aber es regnet nicht. Der Highway
läuft fast immer parallel zur Bahnlinie. Für die nächsten mehr als 100km
fahre ich immer in Sichtweite des gleichen Zuges. Der scheint nie zu enden.
Wir fahren etwa die gleiche Geschwindigkeit, 85km/h. Ich verlasse
Saskatchewan und erreiche mit Manitoba auch eine neue Zeitzone. Um 15.30h
resp. jetzt eben 16.30h erreiche ich Brandon. Mein Airbnb ist ein altes
viktorianisches Haus. Aussen etwas verwittert, aber innen sehr schön
eingerichtet. Meine Gastgeber sind nicht da, aber sie haben mir den
Schlüssel hinterlegt. Ich richte mich ein und trinke dann mein obligates
Bier im Garten. Auch hier hat es Moskitos, aber nicht so viele wie gestern.
Zum Nachtessen gehe ich in die Marino Pizzeria. Das ist eigentlich ein
griechisches Restaurant. Darum bestelle ich eine Pita, eine gefüllte
Brottasche. Schmeckt sehr gut. Wenn ich zurückkomme, sitzt Wes mein
Gastgeber auf der Veranda und wir reden zusammen. Nach einer Weile verziehen
wir uns ins Haus wegen den Moskitos. Ich hole eine Flasche Wein und wir
reden in der Küche weiter bis 1h in der Früh. Um 2h meldet sich noch Maria,
dann gehe ich schlafen.
(295km, 4¼h unterwegs und 1km zu Fuss)
Mo 08.08.2016
Über Nacht kopiere ich noch die letzten Bilder auf meinen Cloud-Speicher. Es
sind insgesamt über 160GB Bilder die sich während meiner Reise angesammelt
haben. Nach dem Frühstück überprüfe ich ob alles kopiert ist. Ich habe
prompt einen Ordner vergessen und hole dies nach. Nachher fahre ich mit dem
Auto zum Einkaufen und Tanken. Ich muss sowieso umparkieren, weil vor dem
Haus die Parkzeit auf 2h beschränkt ist. Nachher erledige ich das Büro und
suche ein Airbnb für die nächsten Tage. Ich werde wohl noch einmal Campieren
müssen, denn zwischen Kenora und Thunder Bay gibt es kaum freie Unterkünfte.
Nachher setze ich mich in den Garten und geniesse ein Bier. Kaleigh eine der
drei Töchter von Wes kommt vorbei um den Grill zu benutzen. Sie wohnt gleich
nebenan. Während wir uns unterhalten kommt Wes vorbei und lädt mich zum
Nachtessen bei seiner mittleren Tochter ein. Da sind dann auch die beiden
anderen Töchter und seine Enkelkinder. Es ist ein geselliger Abend, ich
bringe wieder eine Flasche Wein mit. Gegen 22h bin ich zurück und gehe bald
schlafen.
(1.3km zum Einkaufen)
Di 09.08.2016
Heute ist unser Jubiläums-Tag, 3 Jahre Maria & Werner. Aber Maria ist es
nicht zum Feiern zumute, sie hat das Gefühl sie sei schuld am Unglück von
Paul. Der redet ihr das bei jedem Anruf von neuem ein. Sie sollte ihn
einfach ignorieren, aber er tut alles um das zu verhindern. Während des
Frühstücks meldet sich mein Airbnb von morgen. Die 2.Nacht haben sie doppelt
vermietet. Sie offerieren mir einen Platz in ihrem Büro im Haus. Nach
einigen Abklärungen willige ich ein, den die Lage ist optimal, nahe dem
Zentrum von Winnipeg und doch ruhig gelegen. Sie bedanken sich
überschwänglich. Um 14h starte ich zu einer Velo-Tour durch die Stadt und
die Umgebung. Die Stadt ist nichts Besonderes. Es gibt einige alte Häuser,
alles sehr überschaubar. Wes hat mir den Assiniboine River empfohlen. Da gab
es einmal einen Park, der wurde aber bei einem Hochwasser arg beschädigt und
ist bis heute nicht wieder hergestellt. Ich fahre trotzdem hin. Viel zu
sehen gibt es nicht. Auf dem Heimweg suche ich das Café von Kaleigh, find es
aber nicht. Zuhause merke ich, dass es genau da war wo ich nicht
durchgefahren bin. Die haben hier Einbahnstrassen wie in einer Grossstadt.
Nach ¾h bin ich zurück und geniesse das Nichtstun im Garten. Ich werde
wieder zum Nachtessen eingeladen, diesmal im Haus von Kaleigh, der ältesten
Tochter. Sie wohnt gleich gegenüber. Nach dem Essen will Wes im Hause der
mittleren Tochter etwas arbeiten. Ich gehe mit ihm und erfahre zum ersten
Mal den Vorteil der Holzbauweise. Die Waschmaschine und der Tumbler sind zu
breit um sie die Treppe hinunter in den Keller zu transportieren. Es gibt
eine alte breitere Treppe, die wurde aber bei einem Umbau überdeckt. So
machen wir uns daran ein Loch in den Fussboden zu sägen. Wes hat das alles
gut vorbereitet, er ist schliesslich Schreiner oder etwas Ähnliches. Nach
wenigen Minuten ist die Treppe freigelegt und wir transportieren den Tumbler
in den Keller. Und kurze Zeit später ist alles wieder zugedeckt. Nur
provisorisch, denn am Freitag kommt eine neue Waschmaschine, die wird dann
durch das gleiche Loch im Keller platziert. Dieses Haus hat wenigstens einen
Keller. Es ist alt, wurde 1880 erbaut und hat 170'000 CAD gekostet vor ½h
Jahr. Ich erfahre dann, dass Wes Haus 1905 erbaut wurde. Zurück zu Hause
sitzen wir noch bei Whisky und Wein zusammen in der Küche. Um Mitternacht
bin ich im Bett.
(8.4km mit dem Velo)
Mi 10.08.2016
Frühstück mit Wes, dann packen. Wes verabschiedet sich, er muss etwas
erledigen. Er hat mir empfohlen die Spirit Sands zu besuchen, das sind
Sanddünen mitten in der riesigen Ebene von Manitoba. Ich plane meine Route
neu und fahre dann um 12.15h los. Jetzt wird es wirklich flach. Es gibt
viele Getreide-, Raps-, Bohnen- und sogar Sonnenblumen-Felder. Zwischendurch
Wald. Nach 47km verlasse ich den Trans-Canada Highway und fahre auf dem
Highway 5 weiter. Der ist in einem ziemlich schlechten Zustand. Bis zu den
Spirit Sands sind es 29km. Um 14.20h bin ich da. Ich mache eine
Rundwanderung von 3.3km. Es gibt eine Aussichtsplattform auf dem höchsten
Punkt. Aber so richtig grossartig finde ich das alles nicht. Nach etwas mehr
als 1h fahre ich weiter. Zuerst etwas weiter nach Süden auf dem Highway 5,
dann nach Osten auf dem Highway 2. Die sind nur 2-spurig, aber weil es
keinen Verkehr hat ist das kein Problem. Es geht weiter durch riesige Felder
und manchmal etwas Wald. Um 17h bin ich bei meinem neuen Airbnb von Rej
& Brenda in Winnipeg. Es ist ein schönes Haus mit Garten. Wir trinken
zuerst ein Bier zusammen, dann richte ich mich ein. Die beiden gehen zum
Nachtessen, es ist heute ihr 4.Hochzeitstag. Ich gehe später zu Fuss ins
Stella's. Die haben eine schöne Gartenbeiz. Mein Jambalaya schmeckt sehr
gut. Reis mit Crevetten, Chorizo-Wurst, Peperoni, Tomaten usw. Zuhause
geniesse ich ein Vollbad in der besten Badewanne seit Jahren. Telefoniere
später noch mit Maria. Sie möchte mit Lewy nach Jakarta für ein paar Tage.
Er hat am Freitag Geburtstag und hat Liebeskummer.
(258km, 4¾h unterwegs und 5km zu Fuss)
Do 11.08.2016
Spätes Frühstück im Garten. Maria wird Lewy in Jakarta abholen und mit ihrer
Schwester ein ernstes Gespräch über ihre Familie führen. Ich buche einen
Flug für Lewy als Geburtstags-Geschenk. Ich ziehe ins Büro um. Hole mein
Bettzeug aus dem Auto, das ist besser als die angebotene Luftmatratze. Rej
und Brenda bedanken sich für meine Flexibilität, zeigen aber sonst kein
Entgegenkommen. Weder im Preis noch in Naturalien. Nicht einmal ein Bier
offerieren sie mir. Ich bin schon ein wenig enttäuscht. Am Nachmittag gehe
ich auf eine Erkundungstour. Zuerst zur Saint Boniface Cathedral. Von der
steht nach einem Brand im Jahre 1968 nur noch die Front. Dahinter haben sie
eine neue moderne Kirche gebaut. Von da geht es über eine moderne
Fussgängerbrücke zu "The Forks". Hier begann die Besiedelung von Winnipeg.
Heute ist es ein schöner Park mit historischen Gebäuden und Denkmälern. An
der Muddy Water Bar genehmige ich mir ein Bier und komme mit einem
Einheimischen ins Gespräch. Der lädt mich auf ein zweites Bier ein. Es ist
ein interessantes Gespräch in der Bar direkt am Fluss. Muddy Water heisst
Winnipeg in der Sprache der Indianer. Ich mache mich dann auf den Heimweg.
Nach dem Apero gehe ich in das Lokal "Le Garage" zum Nachtessen. Creamy
Dijon Pork Medaillons mit Mashed Potatoes und Gemüse schmeckt sehr gut. Die
spätere Live Musik ist nicht mein Stil. Zurück zu Hause gehe ich bald
schlafen.
(5km zu Fuss)
Fr 12.08.2016
Nach dem Frühstück packe ich zusammen. Kaum habe ich meine Scheiben
gereinigt, beginnt es zu regnen. Um 12.30h fahre ich los. Zurück auf den
Trans Canada Highway. Es vergeht eine Weile bis ich den erreiche. Es hat
ziemlich viel Verkehr und Verkehrsabhängige Ampelsteuerungen kenn sie hier
nicht. Man wartet oft an einer Kreuzung ohne dass ein Fahrzeug kommt. Nach
28km erreiche ich das Zentrum von Kanada, zumindest was den Längengrad
angeht. So steht es zumindest auf einem grossen Schild am Strassenrand. Die
Gegend ist nun sehr flach und am Anfang hat es viel Verkehr. Der nimmt mit
der Zeit ab. Nach etwas mehr als 100km Fahrt, tanke ich bei Reynolds und
trinke einen Kaffee. Nach ½h fahre ich weiter. Es ist schon seit einiger
Zeit bewaldet, keine riesigen Felder mehr, dafür immer mehr Seen. Je weiter
nach Osten umso mehr Seen hat es. Am Lyons Lake, kurz vor der Grenze zu
Ontario, mache ich eine kurze Pause. Hier ist die Strasse nun meistens nur
2-spurig. Es ist hügelig und hat sehr viele Seen. Kurz nach 16h erreiche ich
Kenora. Ich bin zu früh, darum wähle ich den Weg mitten durch den Ort, um
mir einen Überblick zu verschaffen. Punkt 16.30h bin ich am Ziel. Jen ist
nicht da, aber ihre Eltern. Ich trinke mein Ankunftsbier mit ihnen. Kurz
nachher taucht Jen auf und zeigt mir das Zimmer, bevor sie Robin von der
Arbeit abholt. Es gibt einen riesigen Garten mit vielen alten Bäumen. Da
setze ich mich hin, nachdem ich mich eingerichtet habe. Zum Nachtessen fahre
ich mit dem Auto in die Stadt. Im griechischen Restaurant Plaza esse ich
eine sehr gute Mousaka. Zur Vorspeise gibt es eine Zitronensuppe und einen
griechischen Salat mit Chnoblibrot. Schmeckt alles sehr gut, auch der
griechische Wein. Zum Abschluss einen Cappuccino. Es ist zwar teuer, 48 CAD,
aber es hat sich gelohnt. Um 21.30h bin ich zurück. Ich buche ein Airbnb in
Thunder Bay bei einem Deutschen. Er freut sich bereits auf mein Kommen. Ich
telefoniere kurz mit Maria, sie bringen Lewy zum Flugplatz und sind bereits
sehr spät dran. Nachher höre ich noch etwas Musik.
(215km, 4h unterwegs und 9km zum Nachtessen)
Sa 13.08.2016
Spätes Frühstück, dann kurzes Telefon mit Maria. Lewy hat das Flugzeug auf
dem letzten Tick noch erreicht. Nach ihm haben sie den Check In geschlossen.
Ich telefoniere noch mit Markus, dann erledige ich wieder einmal mein Büro.
Um 14.30h fahre ich in den Ort zum Einkaufen. Ich will auch noch Wein
kaufen, aber das ist gar nicht so einfach hier. Es gibt nur einen Laden und
der ist gut versteckt. Ich mache zu Fuss noch einen Rundgang. Interessant
ist eigentlich nur die Main Street und der Hafen. Auf dem Heimweg drehe ich
noch eine Runde um den Rabbit Lake gleich bei mir zu Hause. Apero im grossen
Garten, natürlich beginnt es zu regnen. Bevor ich zum Nachtessen fahre kommt
noch ein Paar aus der Ukraine an. Wir reden kurz, dann fahre ich in die Lake
of the Wood Brewery zum Nachtessen. Meinen Brewburger esse ich an der Bar,
sonst gibt es keinen Platz. Es hat sehr viele Leute hier. Kurz vor 20.30h
bin ich zurück. Es ist niemand zuhause. Döse vor mich hin und telefoniere
mit Maria bevor ich schlafen gehe.
(30km, Einkaufen und Nachtessen)
So 14.08.2016
Wenn ich aufstehe sind alle schon weg. Esse mein Frühstück in aller Ruhe und
packe nachher zusammen. Um 11.30h fahre ich los. Es geht an unendlich vielen
Seen vorbei durch eine Landschaft geprägt durch Granitfelsen und Wald. Sehr
abwechslungsreich. Die Strasse ist sehr gut. Es hat nicht die Querrippen wie
in Manitoba, wo man immer das Gefühl hatte auf einer alten Betonstrasse
unterwegs zu sein. Nach Dryden mache ich eine Pause und trinke und esse
etwas. Nach ½h fahre ich weiter. Es gibt nun weniger Seen und Felsen, aber
immer noch Wald. Um 15h bin ich in Ignace und kaufe dort eine Wurst zum
Nachtessen. Eine ½h später bin ich am Sandbar Lake. Der Campingplatz ist
schön und sehr abgelegen. Mein Platz ist riesig, aber weit von der
Steckdose. Ich fahre zurück zum Empfang, da bekomme ich für 1 CAD ein
Verlängerungskabel. Ich richte mich ein und erkunde nachher die Umgebung.
Der See ist etwa 5km lang und 2km breit. Zum Apero setze ich mich auf eine
Bank beim Bootssteg. Zum Nachessen gibt es Minestrone, Brot und die gekaufte
Wurst. Ausnahmsweise benutze ich Anti Brumm um nicht total verstochen zu
werden. Ich gehe zum Bürogebäude, denn da gibt es Wifi und ich kann kurz
Maria anrufen. Um 21.30h bin ich bereits im Bett. Es ist sehr ruhig hier,
ausser der Klimaanlage meines Nachbars hört man kaum etwas. Ich hoffe die
stellt bald ab, denn nötig ist die überhaupt nicht.
(257km, 4h unterwegs und 3km zu Fuss)
Mo 15.08.2016
Die Sonne scheint zum Frühstück, so macht Campieren Spass. Um 11h fahre ich
los. Die Gegend sieht ähnlich wie ein Hochmoor aus. Viele kleine Seen und
Sümpfe, dazwischen einige Felsen und Wald. Das Gebiet ist sehr dünn
besiedelt, es gibt kaum Ortschaften. Nach 2h mache ich beim Souvenir-Shop
Beaver Post eine Pause und trinke einen Kaffee. Nach 10 Minuten fahre ich
weiter. Kurze Zeit später passiere ich wieder eine Zeitzonen-Grenze. Ab nun
gilt Eastern-Time. Würde ich nicht nach Halifax fahren, wäre das meine
letzte Zeitzone vor der Schweiz. Aber Halifax ist nochmals um eine Stunde
verschoben. Vor Thunder Bay ändert sich die Umgebung. Es wird jetzt felsiger
und hat keine Moore mehr. Kurz nach 14.15h bin ich am Ziel in Thunder Bay.
Manu und Julie sind am Einkaufen und kommen erst in 1½h zurück. Ich fahre
hinunter Richtung See und treffe zufällig den neuen Marina Park. Da war
früher einmal der grosse Hafen. Jetzt gibt es da Yachthafen und Parks mit
teuren Restaurants. Im Bight trinke ich ein teures Bier (10 CAD), aber die
Aussicht entschädigt für den hohen Preis. Auf dem Rückweg gehe ich noch zum
Einkaufen in den Safeway. Um 16.15h bin ich zurück. Mein Zimmer ist klein
aber gemütlich. Manu ist aus Deutschland und freut sich wieder einmal mit
jemandem Deutsch zu sprechen. Wir sitzen im Garten und reden bis ich zum
Nachtessen fahre. Er empfiehlt mir das Applebee's. Das ist zwar eine
Amerikanische Kette, aber das Essen und die Atmosphäre ist sehr gut.
Butchers Choice mit Mashed Potatoes schmeckt ausgezeichnet. Zurück zu Hause
sitze ich mit Manu zusammen und wir reden und reden. Er hat vieles gemacht
in seinem Leben. Ist viel mit alten Big Band Grössen unterwegs gewesen wie
Paul Kuhn, Hugo Strasser und Max Greger. Auch Hazy Osterwald war manchmal
dabei. Davon erzählter er gern. Er war aber auch Mechaniker dar alte Autos
restaurierte und am Schluss Vertreter für Würth in den USA. Die Zeit vergeht
im Nu. Um Mitternacht bin ich im Bett.
(245km, 3 ½ h unterwegs und 11km zum Hafen und 18km zum Nachtessen)
Di 16.08.2016
Punkt 9h ist das Frühstück wie angekündigt bereit. Ein richtig gutes
Deutsches Frühstück mit Speck und Spiegelei, dazu Salami, Mortadella,
Schinken usw. Ich kann nicht alles essen was er auftischt. Nachher plane ich
etwas an meiner Weiterreise. Bis Toronto gibt es nicht viele Airbnb, darum
suche ich auch Camping-Plätze. Die sind aber fast gleich teuer. Nach 12h
fahre ich Richtung Zentrum um zu tanken und evtl. meine Spur einstellen zu
lassen. Das Tanken ist kein Problem, aber die Spureinstellung gibt Probleme
auf. Ich werde von Pontius zu Pilatus geschickt. Nach 1h lande ich bei
Fountain Tire. Die meinen sie könnten das jetzt machen. Ein Mechaniker
schnappt mein Auto und fährt los, nicht nur hinters Haus, sondern auf
Probefahrt, ohne mich zu Fragen. Ich informiere den Mann am Schalter, das
das Auto in 5 Minuten still stehen wird, was dann auch prompt passiert. Ich
erkläre ihm per Telefon wie er das Auto wieder flott kriegt. Er schnallt es
nicht und ein anderer Mechaniker fährt mich zum Auto, kaum losgefahren kommt
er dann doch zurück zur Garage. Er fährt mein Auto auf den Prüfstand. Da
stellt sich heraus, dass eine der Befestigungen Spiel hat. Das korrekte
Einstellen ist somit nicht möglich. Sie versuchen wenigstens grob zu
justieren, aber nach einiger Zeit finden sie heraus, dass sie die
Einstellwerte nicht in ihrem System finden. Es kostet mich zwar nichts, aber
ich habe viel Zeit verbratet. Nach 2½h bin ich zurück. Den Rest des
Nachmittags verbringe ich mit Manu und Julie. Sie laden mich zum Pizza-Essen
ein. Nachher sitze ich noch lange mit Manu zusammen im Wohnzimmer und er
zeigt mir viele Bilder von "seinen" Musikern und Autos. Es ist wieder
Mitternacht, bis ich im Bett bin.
(31km zum Tanken und Spureinstellen)
Mi 17.08.2016
Punkt 9h ist das Frühstück bereit. Wieder so gut wie gestern. Wir sitzen
noch eine Weile in der Küche, dann gehe ich duschen und rasieren. Ich habe
für die nächsten 2 Tage nichts gebucht, darum ist es besser das hier zu
erledigen. Nachher telefoniere ich mit Maria und packe meine sieben Sachen
zusammen. Abschied von Manu. Dann fahre ich um 11.45h los. Der erste Stopp
ist schon bald. Beim Terry Fox Scenic Lookout halte ich an. Manu hat mir
dies empfohlen. Terry Fox war ein junger Mann der an Krebs erkrankt ist und
von Halifax bis zu diesem Punkt mit einer Beinprothese jeden Tag eine
Marathon-Distanz zurückgelegt hat um Geld für seine Krebs-Stiftung zu
sammeln. Hier musste er aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Er ist ein
Idol in Kanada. Nachher geht es mehr oder weniger dem Lake Superior entlang
weiter. Es ist eine felsige Gegend mit wenigen Einwohnern. Die Strasse ist
sehr gut und abwechslungsreich. Meist hat es wenig Verkehr. Etwa 5 Mal muss
ich wegen einer Baustelle anhalten. Nach knapp 2h mache ich bei Nipigon eine
kurze Pause. Man hat da eine schöne Aussicht auf den See. Der nächste Stopp
ist um 15h bei den Aguasabon Falls. Das ist ein Wasserfall, der in eine
schöne Schlucht stürzt. Ober halb wird der Fluss gestaut, darum hat es sehr
wenig Wasser. Nach 10 Minuten fahre ich weiter bis ins nahe Terrace Bay um
einzukaufen. Um 16.15h bin ich am Ziel im Neys Provincial Park. Die Dame am
Empfang ist nicht sehr motiviert. Der erste Camping-Platz ist direkt an
einer Kreuzung und der Elektro-Anschluss ist fat 20m entfernt. Ich fahre
zurück und bekomme einen wesentlich besseren Platz und ein
Verlängerungskabel gegen 100 CAD Depot. Ich richte mich ein und habe sogar
Data-Empfang. Nach dem Ankunfts-Bier erkunde ich die Umgebung. Es gibt da
einen mehr als 2km langen schönen Sandstrand wie am Meer. Der Superior Lake
ist flächenmässig der grösste Süsswasser-See der Welt, etwa 290 x 600km,
exakt 82.103 km². Zwei Mal so gross wie die Schweiz. Nur der Baikalsee ist
Volumenmässig grösser weil er so tief ist. Nach dem Apero gibt es eine
kalten z'Nacht. Brot mit Wurst und Käse. Ich spare das Gas für kältere
Tage und zum Frühstück, denn nachfüllen kann ich das hier vermutlich nicht.
Nachher führe ich wieder einmal mein Tagebuch nach, das habe ich "dank" Manu
vernachlässigt. Ich kann sogar mit Maria telefonieren, obwohl das Signal
schwach ist. Um 21h bin ich im Bett.
(278km, 4½h unterwegs)
Do 18.08.2016
Ich schlafe bis 9h, ausser den Zügen stört hier nichts. Frühstück wie
üblich, einziger Unterschied, es ist auf dem Camping-Kocher zubereitet.
Telefoniere noch mit Maria, dann packe ich zusammen. Um 11.30h fahre ich
los. Nach Marathon verlässt der Trans Canada Highway den Superior Lake. Es
ist nun wieder eine Moorlandschaft mit Felsen und Wald. Der Verkehr hält
sich in Grenzen. Es hat einige Baustellen unterwegs mit Einbahnverkehr. Aber
lange warten muss ich nie. Nach 2h mache ich in White River eine Pause. Vor
dem Restaurant wird mein Auto begutachtet. Ein älterer Herr fragt mich auf
Deutsch, ob ich aus der Schweiz komme. Er ist mit einer Gruppe unterwegs und
kann es fast nicht glauben, dass er ein Schweizer Auto hier in Kanada sieht.
Ich esse eine gute Pita. Nach ¾h fahre ich weiter. Es geht nun wieder
Richtung Superior Lake. Mein Ziel, der Campingplatz am Rabbit Blanket Lake,
liegt etwas landeinwärts, nicht direkt am grossen See. Ich entscheide mich
für einen Platz ohne Stromanschluss. Der ist ruhiger gelegen. Zu meiner
Verblüffung gibt es sogar Mobil-Data-Empfang. Ich richte mich ein. Meine
Wohn-Batterie ist nicht mehr gesund, das habe ich schon seit einigen Tagen
bemerkt. Bis jetzt hat das Licht in der Nacht immer funktioniert. Mal sehen
ob es heute ohne Strom auch so ist. Ich erkunde zu Fuss die Umgebung. Die
Plätze sind über eine grosse Fläche verteilt. Das ist zwar gut für die
Abgeschiedenheit, aber es ist weit zum Comfort-Block. Will heissen zu Dusche
und gutem WC. In der Nähe gibt es nur Plumps-Klos und einen Trinkwasserhahn.
Nach dem Apero gibt es ein kaltes Nachtessen wie gestern. Nachher versuche
ich Maria anzurufen und es funktioniert sogar, obwohl das Signal sehr
schwach ist. Ich schreibe noch mein Tagebuch und plane die Route für morgen,
dann gehe ich früh ins Bett.
(241km, 4¾h unterwegs)
Fr 19.08.2016
Am Morgen regnet es einige Male leicht, aber das Frühstück findet ohne Regen
statt. Das schmutzige Geschirr nehme ich mit zum "Comfort Block", so nennen
sie hier das Haus mit Toilette und Dusche. Von da fahre ich um 10.45h direkt
los. Nach ½ h erreiche ich wieder den Superior Lake. Ab jetzt geht es mehr
oder weniger dem Ufer entlang. Es ist felsig und es gibt immer wieder
Sumpfgebiete und viel Wald. Darum wohnt hier fast niemand und es war darum
so schwierig eine andere Unterkunft zu finden als Campingplätze. Nach 12h
halte ich kurz an der Alona Bay. Man weiss nie wann es zu regnen beginnt. Es
gibt jetzt immer wieder leichten Regen. Nach 2h fahrt stoppe ich in der
Pancake Bay. Da gibt es "Agawa Crafts" ein riesiger Souvenir-Laden mit
Indianer-Kunst oder was sie hier als das verkaufen. Nach ¼h fahre ich
weiter, ohne zu tanken, denn der Diesel ist hier teuer. Die Tankwarnlampe
leuchtet bald nachher auf. Nach meiner Erfahrung sollte es reichen bis nach
Sault Ste Marie. Was es auch tut. Ich fülle allerdings 93 Liter in meinen
nominalen 90-Liter-Tank. Kurz nach 14h bin ich am Ziel. Amelia empfängt
mich. Weil ich früh bin, muss sie zuerst noch mein Zimmer fertig machen.
Nachher richte ich mich ein und suche dann Unterkünfte bis nach Toronto. Die
Auswahl ist nicht gross. Ich plane via Manitoulin Island zu fahren. Das ist
zwar kaum näher, aber so komme ich nochmals zu einer Fahrt mit einer Fähre.
Ein Airbnb hat wieder einmal den Kalender nicht nachgeführt und ich bekomme
darum eine Absage. Darum buche ich ein Motel in Blind River, aber erst für
Sonntag. Ich verlängere meinen Aufenthalt hier um einen Tag. Es ist mit 40
CAD billiger als ein Campingplatz! Ich buche die Fähre für den 23.August und
hoffe eine Unterkunft in der Nähe zu finden. Nach dem Apero im kleinen
Garten fahre ich zum Brot kaufen und dann zum Nachtessen ins Giovanni's.
Eine gute italienische Beiz. Mein Veal Roma schmeckt sehr gut. Dazu gibt es
gute Spaghetti, Salat und Brot. Da ich die letzten Tage kaum Geld für das
Nachtessen ausgegeben habe schlage ich nun zu und bestelle noch einen
Dessert, Quarktorte mit Himbeersirup und einen Kaffee. Kostet mich über 50
CAD, aber man gönnt sich ja sonst nichts. Zurück zu Hause schreibe ich noch
2 Campingplätze an, falls es mit der Airbnb Unterkunft doch nicht klappt. Um
Mitternacht bin ich im Bett. Resp. auf der grossen Luftmatratze. Ist besser
als befürchtet.
( 193km, 3¼h unterwegs und 8km zum Nachtessen)
Sa 20.08.2016
Vor dem Frühstück rufe ich Üse an, er hat heute Geburtstag. Er ist nicht
sehr gesprächig. Nach dem Frühstück telefoniere ich mit Markus, Stefan und
Maria. Ich habe die Unterkunft auf Manitoulin Island buchen können. Nun
plane ich den Rest bis Toronto und schicke Tamarra eine Email, dass ich am
23.August bei ihr erscheinen werde. Ich habe bin mit ihr einige Tage
zusammen in Indien unterwegs gewesen und sie hat mich nun eingeladen bei ihr
zu wohnen. Eigentlich will ich die Stadt erkunden, aber es regnet immer
wieder. Darum erledige ich diverse Büroarbeiten wie Parkplatz suche wenn ich
zurück bin, abmelden meines Mieters usw. Amelia ist weg gegangen in einem
Kleid wie ein Cowgirl. Keine Ahnung wohin. Um 16h kommt sie zurück. Sie ist
jung und nicht sehr gesprächig. Sie will den Pilotenschein machen und
nachher eine Maschine als Busch-Pilot fliegen wie sie sagt. Apero im Zimmer,
es regnet in Strömen. Tamarra aus Toronto meldet sich. Zum Nachtessen fahre
ich ins Burger Don. Das ist ein ziemlich kleines aber gutes Lokal. Der Don
Burger schmeckt gut, die Pommes weniger. Gegen 21h bin ich zurück.
(4km zum Nachtessen)
So 21.08.2016
Es regnet und stürmt. Nach dem Frühstück packe ich zusammen und verabschiede
mich von Amelia. Zuerst fahre ich zum Einkaufen zur nahen Cambrian Mall. Von
da zur Station Mall. Die liegt direkt am St. Marys River, dem Ausfluss des
Superior Lake. Ich kaufe zuerst Wein und Whisky, dann gehe ich auf dem Board
Walk etwas dem Fluss entlang. Es stürmt gewaltig. Es gibt hier eine grosse
Schleusenanlage. Die Höhendifferenz beträgt aber nur etwa 7m und es hat
zurzeit keinen Verkehr. Am andern Fluss-Ufer liegt bereits die USA. Auf der
grossen Brücke staut sich der Verkehr Richtung US-Grenze auf etwa 2km. Es
ist kühl und viel zu sehen gibt es nicht. Kurz vor 12h fahre ich dann
wirklich los. Zum Glück habe ich meistens Rückenwind. Es geht zuerst dem St.
Marys River und später dem Lake Huron entlang. Hier wohnen nun wieder
mehr Leute als in den letzten beiden Abschnitten. Um 15h bin ich in Blind
River. Das Lakeview Motel liegt direkt an der Hauptstrasse. Die Bahnlinie
ist auch gleich daneben. Hoffentlich gibt es nicht zu viel Lärm während der
Nacht. Das Restaurant ist wegen Krankheit des Kochs geschlossen. Das
Restaurant war der Hauptgrund für die Buchung. Ich richte mich ein. Das
Zimmer ist nicht schlecht. Nach dem Apero im Zimmer gehe ich zu Fuss ins "17
Restaurant". Das ist voll, ich muss lange warten bis ich bestellen kann.
Dafür ist mein Shepard Pie dann aber auch gut. Den guten Greek Salad bringen
sie mir sogar wie gewünscht vor dem Hauptgang. Das Restaurant schliesst wie
hier üblich bereits um 20h. Zurück im Motel telefoniere ich mit Maria. Sie
hat Zahnweh und geht vielleicht zum Zahnarzt. Der öffnet aber erst um 17h.
Ich bekomme noch die genaue Adresse von Tamarra und kann meine Route fertig
planen. Um 23h bin ich im Bett.
(144km, 3½h unterwegs, 2.5km zu Fuss)
Mo 22.08.2016
Die Nacht war viel ruhiger als befürchtet. Das Strassenverkehrsamt gewährt
mir eine letzte Frist bis am 31.12.2016. Zwischen den Zeilen beschweren sie
sich, dass ich ihr Entgegenkommen so schamlos ausnütze. Dabei hiess es max.
2 Jahre, und das ist erst im Februar 2017. Zum Frühstück kochen hole ich
meinen Gaskocher ins Zimmer. Maria ist nicht zum Zahnarzt gegangen. Ich
empfehle ihr dringend zu gehen, denn mit Schmerzmittel wird es nicht besser,
nur erträglicher. Nach 11h fahre ich los. Das Wetter ist nun besser, aber es
geht immer noch ein starker Wind. Die Strassen werden hier von privaten
Firmen gepflegt und unterhalten. Beim Wechseln von einem Unterhaltsgebiet
ins andere wird das diesmal sehr krass klar. So eine schlechte Haupt-Strasse
habe ich bis jetzt in Kanada noch nie angetroffen. Eine schlecht
unterhaltene Betonstrasse in der Schweiz ist ein Luxus dagegen. Ich weiss
nicht wie die hier die Strassen bauen, dass es solche Quer-Rippen auf einer
Teer-Strasse gibt. Es nervt jedenfalls gewaltig. Bei Espanola verlasse ich
den Trans Canada Highway und fahre auf dem Highway 6 auf die Manitoulin
Island. Am Anfang ist die Strasse auch hier schlecht. Nachher wird sie
besser. Bei Sheguiandah, beim 10 Mile Point mache ich einen kurzen
Fotostopp. Um 14h bin ich bei der Kicking Mule Ranch bei Tehkummah. Miss
Willie, so nennt sie sich, zeigt mir meine kleine aber feine Hütte. Die
Toilette ist etwa 20m entfernt und die Summer Kitchen auch. Ich richte mich
ein. Sie haben hier Solar-Strom, aber es gibt sogar Internet. Ich richte
mich ein und trinke das obligate Ankunfts-Bier auf meiner kleinen sonnigen
Terrasse. Nachher führe ich mein Tagebuch nach. Apero auf der Terrasse. In
der Summer Kitchen gibt es keinen BBQ-Grill. Ich muss meine Schweins-Steaks
in der Pfanne braten. Pech, denn es ist das erste Mal dass ich Fleisch zum
grillieren gekauft habe! Lisa und ihr Mann Eike sind mit ihrem Sohn Karl (2
Jahre) hier, sie kommen aus Deutschland. Wir essen zusammen beim Camp Fire.
Willie hat mir noch zwei Maiskolben und gebratenen Reis gegeben. Nach dem
Essen entfacht Eike das Feuer und wir sitzen darum herum und unterhalten
uns. Gegen 22h bin ich im Bett.
(195km, 3h unterwegs)
Di 23.08.2016
Gemütliches Frühstück beim Camp Fire. Nachher packe ich zusammen und zeige
Lisa & Eike mein Auto. Sie sind beeindruckt von der Einfachheit und der
Ordnung. Um 12h fahre ich los. Bis zum Hafen in South Baymouth sind es nur
16km. Sie verlangen, dass man 1h vor der Abfahrt da ist. Ich stelle mein
Auto in die Kolonne und erkunde die nähere Umgebung. Nach 13h kommt die
Fähre. Bereits nach knappen 6 Minuten verlassen die ersten Fahrzeuge das
Schiff. Nach 15 Minuten beginnt das Verladen. Alles geht sehr speditiv. Mit
10 Minuten Verspätung fahren wir los. Es stürmt und hat ziemlich hohe
Wellen. Wie auf dem Meer, aber wir sind hier auf einem See. Wir haben
Seitenwind und sind darum in Schieflage. Ich trinke ein Bier, dann setze ich
mich ins Heck, da ist der Wind nicht so stark. Um 15.30h erreichen wir
Tobermory. Nach knapp 10 Minuten bin ich auf der Strasse Richtung Toronto
unterwegs. Es hat nicht viel Verkehr und die Strasse ist gut. Nur in den
grösseren Orten wie Wiarton und Owen Sound stockt der Verkehr. Bei Shelburne
gibt es einige grosse Windfarmen. Gegen 19h bin ich bei Caledon. Da tanke
ich zu einem sehr tiefen Preis. Am Dienstag kostet der Diesel 2 Cents
weniger als sonst, 85.9 Cents/Liter. Nun wird der Verkehr immer dichter. Bis
jetzt galt die ganze Strecke ausserorts 80km/h max. Geschwindigkeit. Vor
Toronto wird diese zuerst auf 90, später sogar auf 100km/h erhöht. Ganz im
Gegensatz zur Logik. Der Highway hat nun bis zu 10 Spuren pro Richtung und
der Fahrstil ist nicht über alle Zweifel erhaben. Sie wechseln die Spur
wenige Zentimeter vor dir. Einmal muss ich sogar ausweichen weil sich einer
zwischen mir und einem Lastwagen vorbeiquetscht. Tamarra's Haus finde ich
auf Anhieb. Nur ist sie noch nicht zuhause. Sie ist auf dem Heimweg von
einem Baseball Spiel. Nach wenigen Minuten taucht sie auf. Wir sind zusammen
einige Tage in Indien unterwegs gewesen. Es gibt viel zu bereden bei Käse,
Salat und Früchten. Um Mitternacht bin ich im Bett.
(306km mit dem Auto, 45km mit der Fähre, 8h unterwegs)
Mi 24.08.2016
Tamarra kocht uns Rührei zum Frühstück. Nachher starten wir die
Stadterkundung. Mit dem Auto fahren wir ins Zentrum. Beim Distillery
District einer ehemaligen Whisky-Destillerie entstand hier ein In-Quartier
mit vielen Beizen. Wenn wir zum Auto zurückkommen hat sie eine Buss über 50
CAD weil sie teilweise im Parkverbot steht. Der Polizist versichert ihr,
dass sie das Auto bis Mitternacht stehen lassen kann, ohne eine neue Busse
zu bekommen. Das würde in der Schweiz nie funktionieren. Wir lassen darum
das Auto stehen und gehen zu Fuss weiter. Zuerst zum St. Lawrence Market,
dann zum Hafen. Für die Fähre stehen die Leute in mehreren langen Schlangen
an. Einen Block weiter gibt es Wassertaxis zu den Inseln. Die Fähre kostet
7.50 CAD retour, das Taxi 10 CAD einfach, aber auf der Rückfahrt mit der
Fähre kontrolliert niemand die Tickets. In wenigen Minuten sind wir auf der
Center Island. Während der Überfahrt hat man eine sehr gute Sicht auf
Toronto. Das Marschieren hat durstig gemacht. Im Toronto Island BBQ &
Beer Co. Gibt es ein grosses kühles Bier. Von da gehen wir zuerst zum
kleinen Vergnügungspark für Kinder, dann über eine Brücke zur Wards Island.
Da gibt es einen schönen Fussweg. Vorbei an Badestränden und alten Häusern,
immer dem Wasser entlang. Es ist etwa 30C° warm. Beim Wards Island Beach
geht Tamarra baden, ich begnüge mich mit einem Fussbad und setze mich dann
in den Schatten. Nach einer guten Stunde zeigt mir Tamarra die alten Häuser
in der Nähe. Bevor wir auf die Fähre gehen gibt es nochmals ein Bier im
Island Cafe. Um 17.45h geht es zurück mit der Fähre, wie erwartet ohne
Ticket-Kontrolle. Dann den ganzen Weg zurück zum Auto. Es hat tatsächlich
keine neue Busse gegeben. Zum Nachtessen fahren wir direkt ins griechische
Restaurant Mezes. Das Essen schmeckt ausgezeichnet. Ich lade Tamarra ein.
Auf den Heimweg besuchen wir noch ihre Eltern. Um Mitternacht bin ich
todmüde im Bett.
(15km zu Fuss)
Do 25.08.2016
Nach dem Frühstück fahren wir nach Kensington, dem Lieblings-Quartier von
Tamarra. Da gibt es viele kleine Läden und Restaurants. Auch etliche
Haschisch-Shops gibt es hier. Es ist wieder etwa 30C° heiss. Zu Fuss geht es
weiter zur Art Gallery of Ontario. Einem riesigen Glasbau. Wir gehen aber
nicht hinein. Von da geht es weiter zur University of Toronto mit den zum
Teil alten Bauten. Zurück in Kensington gibt es im Kos das verdiente kühle
Bier. Bevor wir weiter fahren lässt sich Tamarra in der "CanaClinic"
registrieren und kauft Marihuana ein. Das ist hier halblegal. Nachher fahren
wir zu Costco zum Einkaufen. Das ist ein Grossist, aber jeder kann Mitglied
werden. Tamarra kauft ein für heute Abend. Zwei ihrer besten Freundinnen
kommen zu Besuch. Es gibt BBQ auf dem Balkon mit Steaks, Riesenpilzen und
Spargeln. Alyssa ist die BBQ-Meisterin. Es wird ein lustiger Abend. Zum
Dessert kommt noch eine weitere Freundin dazu. Sie spielen ein Spiel bei dem
eine App die Frage zeigt. Diejenige hinter dem Tablet muss erraten was die
vor dem Tablet ihr vorführt. Gegen 22h verabschieden sich die Damen. Maria
hat sich heute zwei Zähne ziehen lassen und hat jetzt ein riesiges Loch das
schmerzt. Sie kann kaum reden. Ich gehe bald schlafen.
(7.5km zu Fuss)
Fr 26.08.2016
Nach dem Frühstück fahren wir gegen 10h los. Alles Highway bis zu den
Niagara Falls. Nach 1½h sind wir da. Wir parkieren im Niagara Casino.
Tamarra hat eine Spieler-Karte. So sollte es uns nichts kosten. Die beiden
Wasserfälle sind schon beeindruckend. Etwa 57m hoch. Der Wasserdurchfluss
des Niagara Rivers beträgt durchschnittlich 5750 m³/s, wobei am Tag
mindestens 2832 m³/s (etwa ein Viertel bis die Hälfte der gesamten
Wassermassen) die Fälle hinunterstürzen. Die Wasserfälle werden nachts auf
mindestens 1416 m³/s gedrosselt. Die verbleibende Wassermasse wird über ein
Stauwehr für die Stromgewinnung umgeleitet. Zu Saisonzeiten werden die
Wasserfälle so allmorgendlich per Knopfdruck eingeschaltet! Die kanadische
Seite ist wesentlich schöner als die amerikanische. Wir gehen bis zur Kante
des Falls. Da ist man nur wenige Meter vom Abgrund entfernt. Es hat sehr
viele Touristen. Darum verzichte ich auf eine Bootsfahrt. Stattdessen
geniessen wir ein Bier in der lokalen Niagara-Brauerei, denn es ist 31C°
heiss. Man kommt sich hier vor wie in Rust. Der Plan mit der günstigen
Rückfahrt mit dem Casino-Bus fällt ins Wasser. Ohne Spieler-Karte mit
genügend Spielpunkten nehmen sie mich nicht mit. Tamarra bringt mich zum
Bus-Terminal. Da erwische ich gerade noch den Bus nach Burlington. Tamarra
fährt für das Wochenende zu ihrer Freundin in die USA. Um 16.30h bin ich in
Burlington. Da steige ich um auf den Zug nach Toronto Union-Station. Von da
geht es mit einer der beiden Subways nach Yorkdale. Von da zu Fuss nach
Hause. Um 18.45h bin ich nach 4h Reisezeit zurück. Ich fahre gleich mit
meinem Auto zum Metro um einzukaufen. Zum Nachtessen gibt es Chorizo Wurst
und Brot, dazu natürlich ein verdientes Bier. Telefoniere noch mit Maria,
dann gehe ich ins Bett.
(120km mit Tamarra's Auto, 120km ÖV und 6km zu Fuss)
Sa 27.08.2016
Frühstück alleine. Nachher telefoniere ich mit Irène. Sie ist frustriert,
weil ihr Computer nicht so tut wie sie will. Aber sonst geht es ihr gut. Sie
will mich vielleicht auf dem letzten Stück von Hamburg nach Zürich
begleiten. Paul hat mich um einen "Beweis" gebeten dass Maria mit mir in
Australien und Kanada war. Entgegen ihrer Behauptung hat sie ihm das
offenbar nicht gesagt. Das ist ziemlich mühsam, darum schicke ich ihm eine
Kopie der Flug-Tickets und 2 Fotos. Mal sehen was jetzt dann passiert. Ich
versuche Bruno zu erreichen, der hat heute Geburtstag. Er schickt mir eine
WhatsApp Mitteilung, da rufe ich gleich zurück und erreiche ihn so um ihm zu
gratulieren. Nachher klemme ich mich hinter den neuen Reisebericht und suche
die Bilder aus. Zwischendurch ersetze ich den Lichtschalter in meinem
Zimmer. Die Drähte sind uralt noch mit Textil-Isolation und einer ist
abgebrochen. Mit einer Klemme versuche ich das abgebrochene Ende zu
verbinden. Ganz knapp schaffe ich es. Die haben hier ein ganz komisches
Verkabelungs-System. Mit murxen kann ich dann den neuen Schalter montieren
und er funktioniert dann sogar. Wenn ich schon daran bin versuche ich auch
gleich die Bedien-Einheit des Herdes zu fixieren. Die Plastik-Laschen sind
gebrochen. Ich muss zuerst das Rückblech entfernen. Es ist alles so
scharfkantig, das ich mich mehrmals verletze. Mit einer dünnen Schnur kann
ich die Einheit einigermassen fixieren. Ich habe in meinem Leben bis jetzt
noch nie einen so billigen Schrott gesehen. Nachher geht es weiter mit dem
Reisebericht. Um 18h sind die Bilder drin und ich geniesse ein Vollbad.
Wobei "Voll" übertrieben ist, den die Wanne ist nur etwa 30cm tief. Apero
auf dem Balkon. Zum Nachtessen gehe ich in das philippinische Restaurant
"Sampaguita Village". Sizzling Beef schmeckt sehr gut und ist sehr viel. Um
21.30h bin ich zurück und schreibe noch etwas an meinem vernachlässigten
Tagebuch.
(2km zu Fuss)
So 28.08.2016
Nach dem Frühstück klemme ich mich wieder hinter den Reisebericht. Gegen 14h
kommt Alyssa vorbei um Tamarra's Wohnung zu reparieren. Tamarra und Kathy
kommen um 17h zurück. Gegen 19h fahren wir zusammen zum Geburtstags-Essen
ihrer Mutter in ein chinesisches Restaurant. Das Essen ist gut, aber es ist
überhaupt nicht gemütlich. Ihre Eltern und das andere eingeladene ältere
Paar schlingen das Essen nur so hinunter. Bereits nach einer Stunde
verlassen wir das Lokal wieder und fahren alle zusammen zu Tamarra. Ich
zeige ihnen noch mein Auto, dann gibt es die Geburtstags-Torte zum Dessert.
Um 22h verabschieden sie sich und wir räumen noch auf, bevor wir ins Bett
gehen.
Mo 29.08.2016
Schon früh am Morgen kommen alle Geburtstags-Wünsche per WhatsApp und Email
hereingeflattert. Bruno und Martin singen sogar Happy Birthday auf
Französisch. Nachher Frühstück mit Tamarra und Kathy. Gegen 11h
verabschieden sie sich, sie treffen einen Freund. Ich buche die nächsten
Airbnb in Belleville und Ottawa. Nachher geht es weiter mit dem
Reisebericht. Um 16h ist es geschafft.